Unter Termine sehen Sie, wo wir demnächst auftreten!
Besuchen Sie uns.
Grußworte zur 125-Jahrfeier
Grußworte des Präsidenten des Sängerbundes Nordwestdeutschland,
Wolfgang Fascher
Der Dichter Paul Claudel sagt: “Das Leben ist zwar kein Vergnügen, aber doch eine Freude.”
Dazu, daß das Leben eine Freude ist, hat die “Chorgemeinschaft Borgfeld von 1864″ in den 125 Jahren ihres Bestehens beigetragen, denn Gesang ist Quelle und Instrument der Freude zugleich. Namens des Sängerbundes Nordwestdeutschland gratuliere ich der Chorgemeinschaft Borgfeld zum 125jährigen Jubiläum auf das Herzlichste.
Dank sei auch allen gesagt, die das Erbe der Chorgemeinschaft nicht nur bewahrt, sondern auch tatenvoll unterstützt haben. Zuversicht und Mut mögen alle Planungen der Zukunft begleiten. Den Verantwortlichen der Chorgemeinschaft Borgfeld allzeit eine glückliche Hand.
In diesem Sinne wünsche ich der Jubiläumsveranstaltung Erfolg und einen harmonischen Verlauf.
Wolfgang Fascher
Präsident des Sängerbundes Nordwestdeutschland
Grußworte des Vorsitzenden des SängerkreisesBremen, Ernst Folz
In unserer schnellebigen Zeit, mit ihren gewaltigen, die Menschen überfordernden Umwälzungen, gibt eine Chorvereinigung, die ihr 125jähriges Bestehen feiert, ein außergewöhnliches Zeugnis der Kontinuität ab. Sie beweist, daß solche Arbeit an den Wurzeln unserer Musikkultur, daß gemeinsames Streben nach einem selbstgesteckten Ziel und daß Zusammengehörigkeitssinn und Freundschaft alle Höhen und Tiefen, auch alle Katastrophen unseres Jahrhunderts überwunden und auch eine Zukunft haben.
Seit 125 Jahren ist die Chorgemeinschaft Borgfeld ein fester Bestandteil des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in Borgfeld. In 125 Jahren hat sie den Menschen Freude und unvergeßliche Erlebnisse gegeben. Viele Mitglieder fanden eine lebenslange Bindung und konnten aktiv teilhaben am reichhaltigen und vielseitigen Chorleben. Im Jahr der Werbung, das der Deutsche Sängerbund für 1989 ausgerufen hat, wünsche ich dem Chor viel Erfolg und Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und daß es gelingen möge, viele, insbesondere auch jüngere Menschen, für den Chorgesang zu gewinnen. Den Mitgliedern des Vorstandes möchte ich herzlich für ihren ehrenamtlichen Einsatz danken.
Ernst Folz
Vorsitzender des Sängerkreises Bremen
Grußworte des Ortsamtsleiter Hans-Otto Hänecke
Die Feier des Geburtstages, noch dazu eines 125sten, sollte Anlaß sein, zurückzublicken auf das, was in diesem Zeitraum geschehen ist. Als die Chorgemeinschaft Borgfeld im Jahre 1864 gegründet wurde, gab es z. B. kein Radio, keine Schallplatten, kein Fernsehen und keine Autos.
Was es leider gab, waren Kriege!
Im Gründungsjahr der deutsch-dänische Krieg, 1870/71 Krieg mit Frankreich, im Jahr des 50sten Jubiläums brach der 1. Weltkrieg, im Jahr des 75sten Jubiläums der 2. Weltkrieg aus.
Es gab aber auch Erfreuliches: Im Jahr des 25sten Jubiläums verabschiedete der Reichstag z. B. das “Gesetz über die Alters- und Invaliditätsversicherung”; ganz in unserer Nähe, in Worpswede, schlossen sich die Maler Otto Modersohn, Heinrich Vogeler u. a. zur Worpsweder Künstlerkolonie zusammen.
Das sind nur einige Begebenheiten aus der Vergangenheit. Ich freue mich, daß die Borgfelder Chorgemeinschaft sich von allen Höhen und Tiefen um sie herum in den 125 Jahren ihres Bestehens nicht hat irritieren lassen und dem Gesang treu geblieben ist. Ich wünsche, daß es ihr gelingen möge, auch in Zukunft ihre selbstgestellte Aufgabe, die Pflege des Liedes, zu erfüllen und ihren Zuhörern - hoffentlich immer in friedlichen Zeiten - Freude zu vermitteln.
Hans-Otto Hänecke
Ortsamtsleiter der Gemeinde Borgfeld
Grußworte von Pastor Helmut Klagge
“Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch’ Gut erworben”. Dieses alte, überlieferte Wort weiß um die Zusammenhänge von Musik und dauerhaften Werten. Musik, die von Herzen kommt, entrückt Ausübende und Zuhörer in eine andere Welt, schafft Freude, die den Augenblick äüberdauert.
Seit nunmehr 125 Jahren widmet sich die Borgfelder Chorgemeinschft der Musik in ihrer vielleicht ursprünglichsten Form: dem Gesang. Die lange ehrwürdige Tradition reicht zurück bis in die Zeit der deutschen Romantik, die unter anderen das deutsche Volksliedgut wieder entdeckt und gesammelt hat. Bis auf den heutigen Tag ist die Pflege dieses Erbes, unter liebevoller Einbeziehung des plattdeutschen Liedes, eine wesentliche Aufgabe der Chorgemeinschaft geblieben,
Die Tradition der Chorgemeinschaft ist alt, ihr Name jedoch neu. Erst 1973 wurde aus dem “Gesangverein” die “Chorgemeinschaft”. Der neue Name ist wie ein Programm: es wird nicht nur miteinander gesungen, sondern intensiv der Zusammenhalt der Sängerinnen und Sänger gepflegt. Viele gemeinsame Aktivitäten unterstreichen das, die dazu dienen, die Gemeinschaft untereinander zu fördern.
Die Chorgemeinschaft ist aus unserem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Die enge Verbindung von Chorgemeinschaft und Kirchengemeinde äußert sich nicht nur räumlich, sondern vor allem durch die Mitwirkung der Chorgemeinschaft bei Gottesdiensten und Gemeindeveranstalltungen.
Ich wünsche der Chorgemeinschaft erfolgreiche Jubilämsveranstaltungen und weiterhin viel Freude an der Musik und gute Gemeinschaft untereinander im Sinne des oben angeführten Wortes.
Helmut Klagge
Pastor der Borgfelder Kirchengemeinde
Ansprache des Schirmherrn Ehrenpräsident des Sängerbundes Nordwestdeutschland,
Hermann Faltus
Die mir zum 125. Geburtstag der Borgfelder Chorgemeinschaft angetragene Schirmherrschaft habe ich - dem Wirken des Jubilars als Borgfelder Bürger und als Ehrenpräsident des übergreifenden Sängerbundes Nordwestdeutschland besonders verbunden - gern angenommen. Angesichts dieser naheliegenden Sympathie für den Jubilar möchte ich meine herzliche Gratulation noch mit einigen dem Anlaß würdigenden Anmerkungen verbinden.
Man muß sich die Situation gegen Ende des 18. und im folgenden 19. Jahrhundert schon etwas näher vor Augen halten, um die Motive und die geschichtliche Bedeutung dessen zu verstehen,was damals als Bürger-Initiative mit den sich in deutschen Landen gründenden Singgemeinschaften in Gang kam. Es waren anfangs vor allem politische und weltanschauliche Ereignisse, die der deutschen Chormusikpflege nachhaltige Impulse gaben. Unter dem Druck napoleonischer Machtherrschaft entzündeten sich auf nationale Einheit und Freiheit gerichtete patriotische Ideen, die nicht zuletzt von den Chorgemeinschaften aufgenommen und vertreten wurden. In den musikalischen und gesellschaftlichen Strukturen der Zeit wirkten aber auch jene beispielgebenden Orientierungen, wie sie von der “Berliner Singakademie” und der aus ihr unter Carl Friedrich Zelter (1758-1832) hervorgegangenen “Liedertafel” oder von den mehr sozial ausgerichteten Unternehmungen Hans Georg Nägils (1773-1836) vorgegeben wurden. Zusehends liberal-demokratische Zielvorstellungen trugen die Einsicht vom Wert der Musik als Lebens- und Bildungsgut des Menschen in eine breitere Öffentlichkeit. Vielen Chören wurde dieser Kulturwille zur selbstauferlegten Verantwortungspflicht. Unter den sich zu größeren Gemeinschaftsverbänden zusammenschließenden Einrichtungen gewann der aus dem Bund der “Vereinigten Nordeutschen Liedertafel” hervorgegangene “Sängerbund Nordwestdeutschland” eine hervorragende Bedeutung.
1831 gegründet, mit seinen nahezu hunderttausend Mitgliedern heute einer der größten Landesverbände des Deutschen Sängerbundes, gehört ihm auch die Borgfelder Chorgemeinschaft an. Ihren von den sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit nicht gänzlich ausgenommenen Weg schildert der besondere Beitrag dieser Festschrift. Umfassendere Zusammenhänge sind in der zum 150jährigen Bestehen des Sängerbundes Nordwestdeutschland herausgegebenen Jubiläumsschrift (1981), in der Dokumentation des DSB “Chorgesang im Wandel” (1986) und speziell auf Borgfeld bezogene Entwicklungen in der zur 750-Jahrfeier erschienenen Dokumentation “Borgfeld - eine alte Landgemeinde Bremens” (1984) nachzulesen.
Es ist erfreulich, daß sich die Borgfelder Chorgemeinschaft trotz einiger früherer Rückschläge, wie sie manchen Chören besonders in den Landgemeinden widerfuhren, als eine singwillige und auch singfähige Gemeinschaft eindrucksvoll behaupten kann.
Im Gegensatz zu den in der “Gründerzeit” die Menschen bedrückenden Existenznöte und Freiheitseinschränkungen haben wir es heute mehr mit Bewußtseins- und Sinnkrisen unseres Lebens zu tun. Anders als damals gehört es ja zu den Vorzügen unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung, daß Sinn nicht von Staats wegen erzeugt und vermittelt wird, sondern das der Einzelne die Freiheit besitzt, selbst seinem Leben einen Inhalt zu geben. Der Staat ist also nicht zum Sinnstifter und Sinnproduzenten bestellt, sondern zur Wahrung und Sicherung der Rechte und Interessen seiner Bürger aufgerufen. Aber, so stellt sich die Frage, nutzen die Bürger im Rahmen ihrer Freiheit und Freizeit denn die Möglichkeiten nach Ausschöpfung ihrer Individualität? Noch immer wird in unserer Industrie- und Konsumgesellschaft das Denken weitgehend von den Bezugspunkten Wohlstand und Lebensstandard bestimmt, Mensch und Gesellschaft von der Arbeit und der ökonomischen Leistung definiert. “Immer weniger Menschen”, so urteilt der Philosoph J. Pieper, “können sich mit dem Wert der Muße befreunden, sich eine sinnvolle Tätigkeit vorstellen, die noch nicht Arbeit ist.” Überdies ist das Freizeitverhalten gewöhnlich auch noch fremdbestimmt. Das gilt ebenfalls für weite Bereiche der Musik. Das konsumierende Musikhören ist als vorherrschende Umgangsform mehr gefragt, wenngleich wir die große Zahl derer nicht übersehen wollen, die sich durch selbstständiges Singen und Musizieren und damit in Auseinandersetzungen mit ästhetischer Praxis den Zugewinn an kreativer Entfaltung und Persönlichkeitsbildung erschließen. Wenn immer wieder gefordert wird, Kunst allen sozialen Schichten zugänglich zu machen, so dürfen wir der kulturellen Breitenarbeit der Chöre mit ihren gemeinschaftsbildenden Kraftfeldern gewiß einen vorderen Platz zusprechen.
Gemeinschaftliches Singen, die Begegnung mit anderen Menschen und der Wunsch nach Geselligkeit sind nach wie vor auch für die Chorgemeinschaft Borgfeld bestimmend für ihren Zusammenhalt. Aus den Zeugnissen ihrer Geschichte ist ablesbar, daß in ihrer Gemeinschaft und durch die aktive Pflege des Liedes das Leben vieler Menschen freudvoller, ihre Muße wertvoller wurde. Und eben das, sich selbst und anderen Freude zu bereiten, ist ein besonders wertvolles Anliegen in unserer oft so nüchternen Gegewart.
Ich wünsche der Chorgemeinschaft Borgfeld weiterhin viel Resonanz und Erfolg in ihrer Kulturarbeit.
Hermann Faltus
Ehrenpräsident des Sängerbundes Nordwestdeutschland
Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Hinrich Kothe
Liebe Borgfelderinnen und Borgfelder, liebe Freunde des Gesangs von nah und fern
“Wo man singt, da laß dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder,
Wo man singt, die Herzen schlagen rein,
tritt hinzu und stimme fröhlich ein.”
Nach diesem Leitgedanken eines alten Kanons haben sich in Borgfeld immer wieder Menschen zusammengefunden, für die das Lied und der Gesang die Brücke zur Freude und Entspannung bedeutete.
Mit Stolz blickt die Chorgemeinschaft Borgfeld heute auf ihr 125jähriges Bestehen. Das ist eine Zeitspanne, die mehr als vier Generationen umfaßt. Und ebenso, wie sich bei uns Menschen von Geburt an Not und Schwierigkeiten mit Freude und Glück abwechseln, so hat auch dieser Chor Blütezeiten und Rückschläge erlebt, aber sich immer wieder durchgesetzt.
Wir denken, wir dürfen heute das Jubiläum aus der Überzeugung heraus feiern, für Borgfeld in all den Jahren ein Stück Geschichte geworden zu sein, und zum gesellschaftlichen und kulturellen Leben erheblich beigetragen zu haben.
Die Chorgemeinschaft Borgfeld möchte sich bei all denen bedanken, die durch ihre Unterstützung und Hilfe ihre Verbundenheit bekundet haben und uns die Zuversicht geben, ein unvergeßliches Jubiläum zu feiern. Allen Gästen von nah und fern ein herzliches Willkommen und einige recht fröhliche Stunden in unbeschwerter Geselligkeit.
Hinrich Kothe
1. Vorsitzender
"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder,
Wo man singt, die Herzen schlagen rein,
tritt hinzu und stimme fröhlich ein."




