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Der Blog der Chorgemeinschaft Borgfeld
Die Chorgemeinschaft Borgfeld hat jedes Jahr zahlreiche Auftritte. Auf dieser Seite finden Sie Informationen rund um die nächsten Auftritte, aber auch interessante Rückblicke.
Een vigelienschen Kroom - Günther Bothur schildert die Schöpfungsgeschichte op Platt
Anke Hilken am Mittwoch, den 26. November 2008
Quelle: Wümme-Zeitung 25.11.08/ Stadtteilkurier Nord-Ost 4.12.2008
Von Verena Wambersky
“Dann füng dat Pladdern an”, schilderte Günther Bothur in plattdeutscher Sprache den zweiten Tag der Schöpfungsgeschichte. Der Bühnen- und Fernsehschauspieler las während einer Veranstaltung des Bürgervereins Borgfeld die von Boy Lornsen geschriebene Geschichte in der 1999 in die Europäische Charta der Regional- und Mindersprachen aufgenommenen Ausdrucksweise. Dazwischen sang die Chorgemeinschaft Borgfeld.
“Mit rein gornix füng he an”, heißt es in dem Text unter dem Titel “Sien Schöpfung - un wat achterno kemm”. Keine Stadt, keinen Kontrast habe es gegeben. Dann habe Gottvadder begonnen, Kamillentee und Kronsbeeren, Dill und Appelsien entstehen zu lassen. Bothur sprach die sich reimenden Texte fast auswendig und sehr ausdrucksvoll, manchmal mit Gestik unterstützt. Humorig, mit Ironie, aber auch Ernsthaftigkeit und Tiefe wurde die Schöpfungsgeschichte erzählt. Manches Mal lachten die Zuhörer oder lächelten über die Formulierungen.
Der Mensch sollte Gottes Meisterwerk werden. Da wurde die Entstehung von Eva so beschrieben: “…denn de Schöpfung von düs Doom (Dame) weer`n vigelienschen Kroom”. Die Welt habe angefangen zu leben, sagte Bothur. Das unterstrich der Chor unter der Leitung von Hans-Werner Kniese mit dem frisch und fröhlich vorgetragenen Lied “An hellen Tagen.” Darin heißt es: “Lasset die Sorgen, denkt nicht an Morgen. Freut euch der Stunde in dieser Runde.” Der Chor hatte die Veranstaltung mit dem froh klingenden Lied “Füllt mit Schalle jubelnd die Halle” begonnen.
“Die plattdeutsche Lesung einer biblischen Geschichte steht uns ganz gut an”, hatte Pastor Clemens Hütte in seiner Begrüßung betont. Er könne zwar kein Platt sprechen, es aber fließend hören. Der Sprache gestand er besonderen Charme zu.
Hermann Kothe, erster Vorsitzender des Bürgervereins, verwendete in seiner Ansprache das Plattdeutsche und erläuterte, dass die Veranstaltung im Rahmen des 50-jährigen Bestehens des Bürgervereins organisiert worden sei. Mit den Spenden der Zuhörer soll auch die Renovierung der Borgfelder Kirchenorgel finanziert werden.
Während es draußen paradiesisch weiß wurde bei dicken, fallenden Schneeflocken, sprach Bothur vom einstigen Paradies mit Pflaumen, Beeren, Kokosnüssen und Apfelbaum. Der Apfelduft sei Eva in die Nase gestiegen, und deshalb sei es zum Sündenfall gekommen. Auch die Stintflut wurde beschrieben, mit der Arche Noah, auf der auch Proviant mitgenommen sei. Schwierigkeiten hätte es damit gegeben, die lütschen Fliegen für die Arche einzufangen. Nur Fische habe man nicht an Bord bringen müssen, weil die ja schwimmen könnten.
Die Chorgemeinschaft unterbracht das gesprochene Wort mit getragenem, berührendem Gesang in Englisch: “God is so good”. Nachdenklich wurde auch Bothur. Der Mensch müsse aus seinen Fehlern lernen. Von seinem Hochmut war die Rede, von Lüge und Totschlag. Der Mensch wolle Ehre, Geld und Macht. “Auch die Allmacht sei eine Last, wenn du den Tod abwägen sollst”, mahnt der Text. Als dann die Plagen über das Land kamen, bezeichnete der plattdeutsche Text das als “Quelkram”. “Wirf dein Anliegen auf den Herrn, riet der Chor musikalisch. Bothur sprach noch über die Zehn Gebote, und das Gold an Gottes Stelle verehrt worden sei.
Nach anhaltendem Applaus für die beeindruckende Erzählung meinte Kothe: “Wir sind die Gengenwart und die Zeit. Wenn wir gut sind, ist auch die Zeit gut” und forderte ein Zusammenstehen im Dorf.
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"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder,
böse Menschen haben keine Lieder,
Wo man singt, die Herzen schlagen rein,
tritt hinzu und stimme fröhlich ein."